Theater Kritiken

Eine kreischende Möwe in Fragmenten

SS
Lexikon, FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Der litauische Regisseur Arturas Valudskis hat Anton Tschechows Drama "Die Möwe" zerlegt und eine skurrile Komödie mit dem Titel "Das Spiel: Die Möwe" daraus gemacht. Alles ist eigentlich wie gehabt. Man befindet sich am Landsitz in der russischen Provinz und langweilt sich. Die Schauspielerin Irina ist überheblich und macht ihren Sohn Konstantin nieder. Die junge Mascha ist lebensmüde und Konstantins große Liebe Nina steht auf den älteren Schriftsteller Boris. Abgehackt und spielerisch ist Valudskis Version, und ziemlich komisch. Eine Waschschüssel wird zum Mond und zum Teich, in dem man sich fast ertränkt, ein Pianodeckel zum Gewehrschuss. Krächzlaute werden zu Möwenkreischen und geklopfte Rhythmen zum Geräusch eines abfahrenden Zuges. Von der Melancholie bei Tschechow ist wenig übrig geblieben, und das ist ganz gut so.

Tag, Fr, Sa, Mo, Di 20.00

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FALTER 30/19
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