Der Mann mit dem Koks ist noch da

Kohlenöfen werden längst nicht mehr bewilligt, ein paar Kohlenhändler halten sich aber nach wie vor in der Stadt. Wie geht es ihnen am Ende eines viel zu milden Winters?

NACHSCHAU: GEORG RENÖCKL
Stadtleben, FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Bei der Schmelzbrücke, wo manche Häuser noch goldene Nummern tragen, zeigt sich die einst elegante Schweglerstraße von ihrer weltstädtischen Seite. Kroatische Cremetorten gibt es hier, afroasiatische Lebensmittel, Thaifood, eine bangladeschische Koranschule. Mittendrin: ein Wiener Kohlenhändler.

"Kohlenbaron. Seit 1899" steht über dem Eingang. Auch in diesem kleinen Gassenlokal, zwischen Stapeln mit Kohlepaketen und Buchenscheitern, fühlt man sich wie in einer fernen Welt -allerdings nicht im geografischen Sinn: Ein älteres Ehepaar, das sein ganzjährig bewohntes Schrebergartenhäuschen mit Kohle heizt, kommt zum Einkaufen.

Er kümmert sich um die Ware, die rotgelockte Gattin schäkert mit dem "Herrn Baron", einem freundlichen Hünen mit Glatze und gemeißeltem Oberkörper. Ein Eisenwarenhändler, der von der Stelle weg in jedem Hörbiger-und-Moser-Film mitspielen könnte, kommt vorbei, offiziell zum Bezahlen einer Rechnung, in Wirklichkeit auf ein Plauscherl.

Ein Herr mit blauer Schürze

  759 Wörter       4 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Stadtleben-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige