Am Apparat Telefonkolumne

Herr Denk, was steckt hinter Ihrem Vortrag über Goebbels?


ANRUF: NINA BRNADA
Politik | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Ein Aushang im Schaukasten der niederösterreichischen Gemeinde Zellerndorf im Weinviertel (Bezirk Hollabrunn) sorgt für Irritationen: Es ist eine Einladung für einen Vortrag über Adolf Hitlers Propagandisten Joseph Goebbels. Ausgerechnet am 20. April, also an Hitlers Geburtstag, soll er stattfinden. Vortragender ist Dietrich Denk, ein pensionierter Flugzeugtechniker.

Herr Denk, warum halten Sie am 20. April einen Vortrag über Joseph Goebbels?

Der 20. April ist der dritte Mittwoch im Monat. So wie jeden dritten Mittwoch im Monat gibt es bei uns in Zellerndorf ein Treffen des Briefmarkensammelvereins im Gasthaus Retzerlandhof. Die meisten, die dorthin kommen, sind so wie ich Senioren, die sich in ihrer Pension die Zeit vertreiben. Wir tauschen dabei Briefmarken aus aller Welt aus. Die meisten Mitglieder sind Männer, manchmal kommen aber auch ein paar Damen vorbei. Der Briefmarkentausch ist also der eigentliche Zweck unserer Treffen. Bei diesen Gelegenheiten halte ich auch oft Vorträge über interessante Persönlichkeiten aus der Geschichte. Ich habe auch schon über Lenin, Marx oder Stalin referiert.

Finden Sie den 20. April als Datum für einen Vortrag über Joseph Goebbels nicht unpassend?

Überhaupt nicht, im Gegenteil -ich finde es sogar sehr passend, weil dieses Datum von vielen Nazis immer noch als großer Tag gefeiert wird. Aber gerade anhand der Geschichte von Joseph Goebbels -wie er vom Kommunisten zum Nationalsozialisten wird - kann man sehen, wie die Nazi-Ideologie ein ganzes Volk ins Verderben stürzen konnte und ein schreckliches Ende nahm.

Wie viele Personen erwarten Sie zu Ihrem Referat?

Es wird wohl ganz auf das Wetter ankommen. Wenn es schön wird, rechne ich nicht mit mehr als 20 Personen. Bei meinem Vortrag über Karl Renner waren circa 60 Leute anwesend, das war mit Abstand die größte Gruppe, die wir je hatten. Aber das war auch im September, und das Wetter war schiach.


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