Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert -Veranstaltungen im Überblick

Rock me, Amadeus? Weit gefehlt!

Lexikon | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Gerne hätten wir etwas Spektakuläres von der Aftershow-Party der Amadeus-Verleihung berichtet. Oder wenigstens etwas Witziges, Kleines. Aber es war eine Nacht kompletter Ereignislosigkeit, der fadeste Abend seit langem. Zwar pilgerten alle Gäste der Volkstheater-Gala samt der fast ausschließlich männlichen Gewinner in den Volksgarten, aber weder auf dem Ö3-noch auf dem FM4-Dancefloor wollte auch nur der Hauch einer ausgelassenen Stimmung aufkommen. Stattdessen Business-Blabla und müdes Rauchen im Garten. Die Dreifach-Abräumer Wanda huschten vereinzelt herum, die Album-des-Jahres-Gewinner Bilderbuch haben sich wohl schon früher zurückgezogen. Den meisten Spaß hatten wir zu Beginn des Abends, als Promis aus dem österreichischen Musikbusiness über den schwarzen Teppich flanierten und wir mit unserer Begleitung das Who's who allzu wörtlich nehmen mussten: "Hast du eine Ahnung, wer das ist?"

VORSCHAU

DONNERSTAG (7.4.): Bei der Eröffnung des Forward Festivals für "Kreativität, Design und Kommunikation" im Gartenbaukino zeigen die Künstler Stefan Sagmeister und Mirko Borsche, dass sie nicht nur Plattencover gestalten, sondern die zugehörigen Scheiben auch gut auflegen können.

FREITAG: Festivalzeit! Das Zoom! Festival der Jazzwerkstatt Wien ist noch bis Sonntag im Wuk im Gange, heute etwa mit Multitalent Leo Riegler oder der Fusion aus Jazz und sanftem Wienerlied des Trios Trara. Mit Dust Covered Carpet verabschiedet sich im Fluc eine der besten heimischen Bands von der Bühne, dafür feiern die (Post-)Rocker Lehnen in der Arena ihr zehnjähriges Bandjubiläum. Hip-Hop-Schwergewicht Brenk Sinatra bespielt die Gap-Party im Celeste, beim Club Erdbahnkreuzer im Titanic lernt man von Bad Boy Baader alles über sowjetischen Wave und Disco und Victor Ruiz füttert die Grelle Forelle mit Techhouse-Zuckerwatte. Wenn man erstmals selbst ein Event mitorganisiert, wie kündigt man es dann an dieser Stelle an? Im Museumsquartier beginnt jedenfalls das zweitägige Electric Spring Festival, wir haben sehr viel Herz hineingesteckt und freuen uns über Besuch.

SAMSTAG: Im Rahmen einer Modular Night kann man in der Grellen Forelle das magische Instrument Modularsynthesizer näher kennenlernen; es gibt Tipps von Profis und Musik von etwa Dan Green oder Jean Marcel Fricke. Bei GenderCrash im Brut funkelt die Kunstpop-Performerin Aérea Negrot. Funk, Rock, Disco und Beat laufen im Au alle unter der Vorsilbe "Afro-" und auch der Club Majik im Curtain widmet sich vornehmlich afrikanischen Musikkulturen. Außerdem: Electric Spring, Tag zwei.

seidler@falter.at


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