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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Vor kurzem wurde ich auf Health hingewiesen, eine App, die im September 2014 mit dem Update des Betriebssystems auf dem iPhone landete. Das war gezielte Ignoranz, bitte, von dem ganzen Körpervermessungszeug halte ich herzlich wenig. Ich bin gesund, kenne die Grenzen meines Körpers und finde den Drang zur Selbstoptimierung unnötig stressig. Health brauche ich ebenso wenig wie Apps, die über mein Essen (myfitnesspal), Trinken (Trink!Wasser), Schlafen (Pillow), meinen Zyklus (Clue) und Umgebungslärm (LärmApp) Buch führen.

Als ich entdeckte, dass Health klammheimlich meine Schritte zählte, weil ich vergessen hatte, ihr in den Datenschutzeinstellungen den Einblick zu verbieten, war die Entrüstung deshalb zunächst groß. Alles löschen? Oder erst mal schauen, wie viele Schritte es zur U-Bahn-Station sind? Schnell änderte sich meine Meinung. Die Anteilnahme schmeichelte mir. Ich fand das ehrliche Interesse an dieser alltäglichen Tätigkeit liebenswert fürsorglich und fühlte mich ein wenig wie ein Superstar. Ein Glas Wasser, bitte!


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