Bademode à la Vienne

Die großen Modeketten haben sie schon im Sortiment: Badeanzüge, Bikinis und Shorts. Vier Wiener Labels bieten stilvolle Alternativen zur globalisierten Massenware


DESIGNBERICHT: NATHALIE GROSSSCHÄDL
Stadtleben | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016


In der Filmkomödie „Abenteuer am Lido“ sitzt ein Pärchen am Strand. Er in kompletter Montur mit Hose und Sakko, sie selbstbewusst in ihrem neuen Badeanzug. Man schreibt das Jahr 1933, den Schwimmanzug bezeichnete man damals als Badekostüm. Er fragt sie: „Wieso gehst du eigentlich nicht ins Wasser?“ Sie antwortet erbost über die Dummheit seiner Frage: „Ja, freilich! Damit ich mir mein schönes Badekostüm nassmache!“

Ein Badeanzug, auf den man aufpasst und den man nicht jede Saison zum Preis eines McDonald’s-Besuches bei H&M, Zara oder C&A neu kauft: Dieser Philosophie haben sich die vier Wiener Bademoden-Manufakturen Veronica Dreyer, Margaret & Hermione, Natures of Conflict und Poleit verschrieben. Sie entwerfen zeitlose, klassische, extrem tragbare Modelle. Sie lassen in kleiner Stückzahl in Italien oder Kroatien fertigen und achten dabei auf Nachhaltigkeit bei ihren Materialien. Bei alldem bleiben sie leistbar – und beweisen, dass es dauerhafte Alternativen zur Massenware der globalisierten Ketten gibt.

Eigentlich auch viel zu schön, um damit baden zu gehen, sind die klassisch-puristischen Badeanzüge Veronica Dreyers. Der Name der Firma ist eine Hommage an die gleichnamige Filmfigur in Jean-Luc Godards „Der kleine Soldat“, dahinter stehen eine Artdirektorin und eine Künstlerin, die anonym bleiben wollen.

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