Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sour Beer von Stiegl

Ist verspielt der Brauer, wird das Bier ihm sauer

SF | Stadtleben | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Es soll Leute geben, die Craft-Bier rundheraus ablehnen. Weil: kostet ein Schweinegeld und schmeckt vielleicht auch noch komisch. Auf der anderen Seite wächst die Zahl derer, die gerne probieren - gern auch was Extremes.

Gut möglich, dass sie demnächst auf Sour Beer stoßen. In Belgien oder Kalifornien, wo die Biertrends herkommen, wird schon eine Menge davon gebraut.

Wagemutige Brauer finden hier eine schöne Spielwiese. Denn Sauerbier, für das Milchsäurekulturen verwendet werden, ist schwer herzustellen und verzeiht keine Fehler. Auch in Österreich gibt es erste Versuche in die Richtung. Stiegl zum Beispiel bietet ein in Burgunder-und Cabernet-Franc-Fässern herangereiftes Jahrgangsbier namens "Faux Pas" an, bei dem man zunächst auch an einen solchen denkt. Denn das Bier, das man am besten als Digestiv trinkt, riecht beim Erstkontakt wie Essig. Der erste Schluck ist auch nicht viel besser. Aber dann findet eine merkwürdige Verwandlung statt, und noch ehe das Glas leer ist (mehr als eines trinkt man ohnehin nicht), schießen einem die erstaunlichsten Aromen durch den Mund. Da bleiben sie auch für die nächsten ein, zwei Stunden.

Dieses auf ganz eigene Weise spritzige Getränk ist nicht das, was man gemeinhin Bier nennen würde. Aber es macht was mit einem.

Lesen Sie im Landleben ab Seite 60, wie das "Faux Pas" im Biergut Wildshut entsteht und wo sonst noch in Oberösterreich Spannendes gebraut wird


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