Der die Nacht macht

Der deutsche Filmemacher Christian Petzold ist ein Meister der stillen Bilder und der produktiven Umwege. Zeit für einen kritischen Blick

VORSCHAU: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Christian Petzold gehört zu den Ausnahmeerscheinungen des deutschen Films. Er kann Sachen, an denen die meisten seiner Regiekollegen kläglich scheitern. Nacht zum Beispiel. Es ist ein Hauch von Film noir, von klassischem amerikanischem Kriminalfilm, der durch fast alle Geschichten des heute 55-jährigen Filmemachers weht.

Schon sein Filmdebüt, "Pilotinnen", 1995 als Koproduktion der Berliner Fernsehakademie mit dem ZDF entstanden, beginnt mit Nacht. Karin (Eleonore Weisgerber), eine Vertreterin für Kosmetika, fährt von Paris nach Hause nach Deutschland. Sie übernachtet im Auto, auf einem Rastplatz wacht sie auf. Autobahnraststätten mit ihrer kühl abweisenden Durchzugsarchitektur zählen fix mit zum Inventar von Petzolds zeitgenössischen Filmen, mitunter spielen sie eine der Hauptrollen.

Auch seine jüngste Arbeit, "Kreise", eine Episode der Fernsehserie "Polizeiruf 110"(2015), beginnt mit einer nächtlichen Autofahrt, irgendwo am tschechischen Straßenstrich. Später findet man die

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