Theater Kritiken

Unterweltlerisch: Nach der Apokalypse

Lexikon | SS | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Hat jemand meine Freundin gesehen", fragt ein nervöser Mann die kleine Zuschauergruppe, die im Foyer darauf wartet, dass die Vorstellung beginnt. Das Publikum wurde mit Kopfhörern ausgestattet, über die es Instruktionen und Informationen bekommt, und der Mann ist natürlich schon ein Bestandteil des Stücks. Seine Freundin taucht nicht auf und er setzt sich gemeinsam mit den Zuschauern in Bewegung auf einen "postapokalyptischen Spaziergang" durch den Wiener Alsergrund. Im charmanten Stationentheater "Strotter" von Thomas Köck und Tomas Schweigen ist Wien kein sicherer Hafen mehr, sondern eine dystopische Landschaft. Klimakatastrophe und Flüchtlingskrise haben ihre Spuren hinterlassen, als der nervöse Mann endlich auf seine Freundin trifft und sich die Apokalypse schön langsam offenbart.

Schauspielhaus, Fr 17.00,18.30 und 21.00, Sa 18.30 und 21.00


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