Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Das Afro-Asiatische Institut schließt -Nachfolger erst 2017

Politik | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Im Oktober ist die Nachricht von Generalvikar Nikolaus Krasa an die Geschäftsführung ergangen: Das Afro-Asiatische Institut in der Türkenstraße wird mit Ende Juni geschlossen. Das kirchliche Bildungshaus, das seit mehr als 50 Jahren interkulturelle und -religiöse Workshops, Diskussionen und Begegnungen ermöglichte, hat keine Zukunft mehr.

Das hat mehrere Gründe: Die gestiegenen Kosten konnten von den Förderungen längst nicht mehr kompensiert werden. Einmal schon musste die Diözese etwa 100.000 Euro zuschießen. Dieses Budgetloch zu stopfen sei für die Diözese immer schwieriger geworden, sagt ihr Sprecher Michael Prüller. Im Übrigen habe die katholische Kirche Wien den interreligiösen Dialog jetzt zur Chefsache erklärt. Anstelle des AAI soll im selben Haus ein neues Projekt mit dem Arbeitstitel Zentrum für interreligiöse Kompetenz entstehen. Das wird nicht wie bisher eine kirchliche Stiftung, sondern direkt der Diözese angeschlossen sein. Der Posten zur Konzeption des neuen Zentrums wurde schon ausgeschrieben, es soll in einem Jahr eröffnen.

Der Noch-Geschäftsführer des Instituts, Nikolaus Heger, hat Sorge, dass im neuen Haus der interreligiöse Dialog in den Vordergrund rücken könnte, auf Kosten der Interkulturalität. Dass also, "plakativ ausgedrückt, mehr Diskussionen mit Würdenträgern und weniger interkulturelle Feste im Gemeindebau" abgehalten werden, sagt Heger. Es sei immer ein Ziel des Instituts gewesen, "den Menschen die Angst vor dem Fremden zu nehmen", sagt er.

Diözesensprecher Prüller versteht, dass die Schließung des Instituts in Zeiten gestiegenen Zuzugs eine schlechte Signalwirkung haben könnte, er wünscht sich vom neuen Zentrum "noch punktgenauere Begegnungsarbeit". Das Café, die Mensa und das Studentenwohnheim des AAI bleiben bestehen. Die Vereine, die im Haus angesiedelt sind, auch. Für die sieben Menschen, die am Institut beschäftigt waren, wird in der Diözese nach einer Lösung gesucht.


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