Stadtrand Urbanismus

Wiener Glut - es raucht sich aus

Lukas Matzinger hat früher Memphis geraucht. Memphis Classic

Stadtleben | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Seit wann genau ist Rauchen eigentlich nicht mehr cool? So lange kann das nicht her sein. Es war doch erst unlängst das ultimativ Geilste, was man überhaupt machen konnte, einen Tschick zwischen Daumen und Mittelfinger zum Mund zu führen, mit zugekniffenen Augen zu inhalieren und die Asche auf den Boden zu tippen, ungeachtet seiner Beschaffenheit. Und jetzt? Nichts, Sense. Die meisten guten Bars und Clubs in Wien sind ganz oder größtenteils rauchfrei. Dafür vergeht fast kein Tag, an dem man niemanden mit alberner E-Zigarette auf der Straße sieht. Die jungen Leute tun nicht einmal mehr das: Wenn zufällig einer aus einer Gruppe heizt, kann er das gerne alleine, draußen, in der Kälte machen. Im Fernsehen raucht niemand mehr, im Ausland auch nicht, warum also hier?

In zwei Jahren wird das totale Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft treten. Wobei - vielleicht wird bis dahin das Kiffen legalisiert. Und wenn nicht, wird uns die Stunde, in der das Rauchverbot einsetzt, wahrscheinlich nicht einmal auffallen. Die Braven drinnen, die, die müssen, draußen. Die kollektive Entwöhnung hat längst stattgefunden.


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