Kommentar Essl Museum

Ein Trauerspiel: Vom Gründerboom zum Kunstmausoleum

Falter & Meinung | Nicole Scheyerer | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Da kauft sich ein Geldsack einen Luxusschlitten, und als ihm plötzlich das nötige Kleingeld ausgeht, legt er anderen die Rechnung für den Sprit hin. Das bald schließende Essl Museum wird derzeit wie ein Rolls-Royce hingestellt, ein elitäres Steckenpferd, für dessen Betrieb es geradezu frivol sei, die öffentliche Hand anzuschnorren. "Ein privates Museum ist Sache Privater", meinte die Presse - nur ist Kunstbesitz nicht irgendein Besitz.

Seit das Essl Museum 1999 eröffnet wurde, boomt der Kunstmarkt wie nie zuvor. Die Preise sind enorm gestiegen, gleichzeitig verfügen die Bundesmuseen heute nur über vergleichsweise winzige Ankaufsbudgets. Die öffentlichen Sammlungen können so nicht mehr ihrer Aufgabe nachkommen, zentrale Werke heimischer Künstler zu sichern.

Das Sammlerpaar Essl hat hingegen in den letzten 30 Jahren mit dickem Portemonnaie Galerien und Ateliers besucht. Sein Museumsbau lag voll im Trend: Wie die jetzt erschienene Studie "Private Art Museum Report" zeigt, wurden


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