Nüchtern betrachtet

Meine Hose hat Stulpen, Wurst gab ich für Tulpen

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: faltershop.at/nuechtern

Feuilleton | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

April sei der grausamste Monat, meint der Dichter, des Flieders wegen, den er aus der toten Erde treibe. Das mag am Genfer See ja anders sein, aber hierzulande sind die saisonalen Floralassoziationen eigentlich etwas anders gelagert. April, das ist die Zeit, in der sich das kulinarische Interesse vom Bärlauch schon langsam auf den Schubstängel des Spargels verlagert. Überhaupt herrscht jetzt ein strebendes Sprießen, denn die Tulpe ist ja auch noch dick da, soll heißen hoch und schnell, denn die Tulpe schiebt ganz gewaltig nach oben, sie ist quasi die Ilona Gusenbauer der Schnittblumen. Ich habe das alles genau unter Beobachtung, denn meine Wohnung gleicht dem Boudoir einer Operndiva nach der Premiere. Tulpenmäßig bin ich quasi Tosca. In zwei Tagen sind die pinken Tulpen in der amethystfarbenen Vase zwei Handbreit gewachsen, daneben hat's aber auch noch gelbe, orange, rote, orange-gelb geflammte und Tulpen irgendwo zwischen cremefarben und apricot.

Sündig viele Tulpen, in einer Welt,

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