Shakespeare around the world

William Shakespeares 400. Todestags gedenkt das Welt-Theater-Festival von Art Carnuntum

Lexikon | Maria Motter | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Ins Markazi-Flüchtlingslager in Obock, Dschibuti, wie auf Nauru und nach Zimbabwe führte die Produktion das Ensemble: "Hamlet - Globe to globe" war bis dato in 187 Ländern zu sehen. Auf zwei Tournee-Jahre ist das Unternehmen des Globe Theatre London angelegt. Wenige Tage bevor das Ensemble nach London rechtzeitig zum 400. Todestag William Shakespeares am 23. April zurückkehren wird, macht es Station beim Welt- Theater-Festival von Art Carnuntum. In der Reithalle von Schloss Hof wird Prinz Hamlet vom Geist seines toten Vaters erfahren, dass dieser von dessen Bruder Claudius ermordet worden war, und zur Rache aufgerufen.

"Hi, I would like to know if you have the length of the performance and if there is a break in it, thx", will eine am Besuch Interessierte auf der Website des Globe Theatre via Posting erfragen. Bei Art Carnuntum indes sah man sich schon mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Etwa als die "Amme" Gemma Arterton in "Romeo und Julia" ausfiel, weil sie Bond-Girl wurde. Art Carnuntum bezieht sich auf das ursprüngliche Theater und will dem Publikum vor allem das antike griechische Theater näherbringen. "Zwischendurch hat sich ein bisschen Shakespeare eingeschlichen", sagt Welt-Theater-Festival-Leiter Piero Bordin. Denn dieselben Regisseure, die sich Shakespeares Dramen vornahmen, beschäftigten sich auch mit dem antiken Theater. Zudem spielt ein Drittel der Werke Shakespeares in der Antike. "Wenn wir 'Romeo und Julia' anschauen, dann sind das eigentlich Pyramus und Thisbe. Der Mittsommernachtstraum spielt im alten Athen", nennt Bordin nur zwei Beispiele.

Shakespeare wie zu seiner Zeit zu spielen, dem hat sich das Globe Theatre verschrieben, mit dem Art Carnuntum seit Jahren eng verbunden ist. "Die Aufführungen finden ohne viel Firlefanz und ohne Klimbim statt. Hauptakteure sind die Schauspieler, und die sind hervorragend", schwärmt Bordin. Was hält er von der Theorie, dass Shakespeares Werk von einem Kollektiv an Schreibern verfasst worden sei? Bordin will sich mit diesen Gerüchten nicht beschäftigen. "Was für mich im Gegensatz bedeutend ist: Die antiken griechischen Autoren waren der Meinung, dass niemand Komödien und Tragödien schreiben könne. Shakespeare ist der Beweis des Gegenteils, er hat beides beherrscht." Im August wird die selten gespielte Komödie "The Two Gentlemen of Verona" von Regisseur Nick Bagnall im Amphitheater Petronell-Carnuntum aufgeführt werden.

Reithalle Schloss Hof, Schlosshof, Di 19.30, artcarnuntum.at


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