7 Sachen, die Sie über das JUGENDGETRÄNK nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Warum lese ich eigentlich in jeder Speisekarte etwas von Jugendgetränken?

Weil jedes Lokal, das alkoholische Getränke ausschenkt, laut Gewerbeordnung auch zwei günstige, ausgewiesene Jugendgetränke anbieten muss.

Und was müssen die können?

Sie müssen kalt sein, antialkoholisch und auf den Liter hochgerechnet billiger sein als das billigste alkoholische Getränk in der Karte.

Gibt es Ausnahmen?

Beim Alkohol: Obstwein, der darf billiger sein, beim Jugendgetränk: Leitungswasser, das zählt nicht.

Verstanden. Und was soll das für einen Sinn haben?

Die Idee hinter dem Gesetz war, Jugendliche, die ja öfters knapp bei Kasse sind, nicht durch Preisdumping zum Alkoholtrinken zu verleiten - und ihnen stattdessen günstige, alkfreie Alternativen zu bieten.

Und warum zwei? Weil die meisten Wirte ganz gut damit gefahren sind, bloß Mineralwasser billig zu halten, Limonaden aber teuer zu verkaufen. Was aus Sicht des Gesetzgebers den gewünschten Effekt gefährdet.

Spannend. Und was firmiert nun üblicherweise unter Jugendgetränk?

Meist gespritzte Fruchtsäfte mit nicht näher definiertem Mischverhältnis. Weshalb die Deutschen ihre Verordnung auch "Apfelsaftparagraf" nennen.

Gute Idee eigentlich. Warum gilt das erst jetzt?

Tut es nicht. Der Gesetzestext besteht seit 1994 unverändert. Nur die dezidierte Kennzeichnung als "Jugendgetränk" verbreitet sich jetzt immer mehr.


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