All You Need Is: Love, Love, Love

Mit Jane Eyre hat Charlotte Brontë (1816-1855) der Welt ein tolles Role Model weiblicher Aufsässigkeit hinterlassen


Lektüre: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Bedächtiges Beginnen ist für Bettnässer, hat sich die Verfasserin offenbar gedacht und ihren Roman quasi mit Pauken und Trompeten eröffnet. Und weil's schon wurscht ist, wird auch gleich noch die Windmaschine angeworfen. Schon im ersten Absatz hat der "kalte Winterwind" jeden Gedanken an einen Spaziergang verblasen, eine Seite später sind die Aussichten so düster, wie sie an einem Novembertag in England nur sein können: "In der Ferne sah man ein bleiches Nichts aus Nebel und Wolken, näher am Haus eine Szenerie aus nassem Rasen, sturmgepeitschtem Gebüsch und endlosem, heftigem Regen, den lange klagende Windstöße vor sich hertrieben."

"Sturmhöhe" wäre durchaus ein passender Titel für ein solches Buch, aber der stammt von Emily, der mittleren der drei Schwestern, die im Jahr 1847 jeweils ihr Romandebüt herausbringen. Sie wählen dafür die gleichen Pseudonyme, unter denen im Jahr davor ein gemeinsamer Gedichtband - verkaufte Auflage: zwei Stück - erschienen war: Currer, Ellis

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