Film Neu im Kino

King Kongs Erben: "The Jungle Book"


Sabina Zeithammer
Lexikon | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Bei "King Kong" hat' s Spaß gemacht, und auch die Direwolves aus "Game of Thrones" geben optisch was her. Ungewöhnliche Größe macht zumindest einen guten ersten Eindruck. Ob die Macher von "The Jungle Book", Disneys 3-D-Realfilm-Remake des Zeichentrickfilms aus dem Jahr 1967 (Regie: Jon Favreau), sich dies auch gedacht haben, als sie Freund und Feind von Mogli in Übergröße designten, ist fraglich. King Louie als Gigantopithecus ist jedenfalls beeindruckend, wenn die Idee inhaltlich auch nicht begründet scheint.

Der Großteil des Films ist am Computer entstanden: CGI-Tiere streifen durchs digitale Dickicht. Mogli (talentiert: Neel Sethi) aber ist echt. Er lebt bei seinem Wolfsrudel, bis Shir Khan droht, ihn zu töten. In Begleitung von Panther Baghira macht er sich auf zum Menschendorf. Auf dem Weg freundet er sich mit Balu an und wird von den Affen entführt, um sich schlussendlich seinem Erzfeind zu stellen.

Manche Szene aus dem Zeichentrickfilm findet sich 1:1 wieder - etwa wenn Mogli und Balu singend im Fluss treiben -, ansonsten bestehen große Unterschiede. Wurde 1967 von einem einsamen und dickköpfigen, wiewohl mutigen Kind in Gesellschaft verschiedenster Tiere erzählt, ist das neue "Dschungelbuch" eine actionlastige Heldengeschichte. Den Humor ersetzen Dramatik und große Gesten - so sind die paradierenden Elefanten jetzt stumme "Götter". Nur Balu ist immer noch ein Spaßvogel. King Louie wirkt bedrohlich, die nun weibliche Schlange Kaa hat nur einen Miniauftritt.

Für die Kleinsten ist dieses Riesenfauna-Universum mit seiner musikalisch aufgepeitschten Spannung denn auch nichts, für größere Kinder und Erwachsene bietet es einen aufwendig gestalteten, aber recht schnell wieder vergessenen Dschungeltrip.

Ab Fr in den Kinos (OF-3D im Village und Apollo)


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