Am Apparat Telefonkolumne

Nimmt der Drogenkonsum in Österreich ab, Frau Schopper?

Anruf: B. Narodoslawsky | Politik | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Deutsche Jugendliche greifen seltener zu Drogen als früher, sie rauchen, saufen und spritzen weniger. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die österreichische Bundesdrogenkoordinatorin Johanna Schopper vom Gesundheitsministerium erklärt, wie sich die Situation derweil in Österreich entwickelt.

Deutsche Jugendliche verlieren das Interesse an Drogen. Wie ist das in Österreich?

Wir haben ähnliche Ergebnisse. Das geht aus dem Drogenbericht hervor, in dem das Gesundheitsministerium jedes Jahr genaue Daten veröffentlicht. Wir untersuchen dabei in erster Linie den Opiatkonsum - also harte Drogen wie Heroin. Dabei sieht man eine klare Entwicklung: Die Kurve geht seit 2004 nach unten.

Wie erklären Sie sich den Rückgang?

Wir haben zu den Hintergründen zwar keine Studie, aber das Problem hat sich sicher auch deshalb verkleinert, weil die jahrelange Präventionsarbeit gegriffen hat. Es gibt mittlerweile auch Beratungen und Präventionsprogramme für spezielle Zielgruppen. Außerdem ist es gerade im Opiatbereich gelungen, die Substitutionsbehandlung weit auszubreiten - das ist die schadensreduzierende Maßnahme schlechthin.

In Wien gibt es Aufregung, weil wieder mehr Dealer auf der Straße sind. Rechnen Sie künftig mit einem Anstieg bei der Zahl an Drogenkonsumenten?

Diese Diskussion betrifft eher die strafrechtliche Seite - es geht dabei ja ums Dealen, nicht um die Zahl der Konsumenten. Soweit ich das der Berichterstattung entnommen habe, geht es außerdem um Cannabis.

Cannabis fällt nicht unter die Kategorie "harte Drogen". Wie sieht es mit den weniger gefährlichen Drogen wie Alkohol, Tabak und Cannabis aus?

Das Gesundheitsministerium hat dazu im Vorjahr zwei Erhebungen in Auftrag gegeben. Die Studien sind noch nicht ganz fertig, aber es zeichnet sich ab, dass bei Jugendlichen der Cannabiskonsum mehr oder weniger konstant, Rauchen stark rückläufig und auch der Alkoholkonsum rückläufig ist.


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