Musiktheater Kritik

Sprachmelodien der Seele und der Einsamkeit

Lexikon | HR | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Die Oper, mit der Leoš Janáček 1903 seinen unvergleichlichen Personalstil entwickelte, basiert auf dem Stück der im slowakischen Mähren tätigen Gabriela Preissová, die mit ethnografischer Genauigkeit Frauenschicksale in einer ländlichen patriarchalischen Gesellschaft darstellte. Die 2002 herausgebrachte, naturalistischklare Inszenierung der "Jenůfa" von David Pountney wird nun erstmals in tschechischer Originalsprache gespielt. Mit Ingo Metzmacher am Pult, vor allem mit der auf allen Ebenen berührenden Dorothea Röschmann und der tiefschürfend charakterisierenden Angela Denoke als Küsterin, die einen Kindsmord begeht, um damit ihre Stieftochter vor "Schande" zu bewahren und ihr dadurch wenigstens Laca (Christian Franz) zu sichern, wurde es ein großer Abend.

Staatsoper, So 18.00, Mi 19.30


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