TV-Kolumne

Zeit am Schirm


Lukas Matzinger
Medien | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

In der "Wahlfahrt" versucht der ORF, schwere Politik auf die Straßen zu bringen, auf denen das Fußvolk wandelt. Chauffeur Hanno Settele bemüht sich, den Zuschauer die echten Menschen am Sozius, zwischen all der Vergangenheit und den wichtigen Positionen, spüren zu lassen. Vor der Bundespräsidentenwahl hat er diese Versprechen in der letzten Folge eingelöst. Die liebevollen Spitzfindigkeiten, wie die Einstellung, in der sich der Wackeldackel auf der Hutablage gleich schüttelt wie Rudolf Hundstorfer am Beifahrersitz, sitzen eh jedes Mal. Doch diesmal war da mehr.

Zwei extrem witzige Kandidaten. Bei Andreas Khol brauchte Settele überhaupt nichts zu tun, so beschwingt, geradezu lustvoll war der Tiroler. Er machte den Reiseleiter, griff zum Mikro und begrüßte die fiktiven Passagiere wie beim Seniorenausflug. Doch auch Hundstorfer, obwohl leicht vercoacht, ließ in leisen Momenten seinen Wiener Schmäh von der Leine. Dann nannte er Reinhold Lopatka "Lopi" und das Essen von Mozarttalern "vernichten". Präsidentschaft ist Show. Ob die beiden das nur nicht zu spät verstanden haben.


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