Die Tyrannei, eine Kindervolkskrankheit

Angst, Überfürsorglichkeit und Ehrgeiz der Eltern machen Kinder leistungsunwillig, verhaltensauffällig und hilfsbedürftig


Rezension: Johann Skocek
Politik | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Wenn die Familie funktioniert, funktioniert auch die Schule. Leider funktionieren viele Familien nicht mehr. So lautete sinngemäß das Fazit des Lehrers, Buchautors und Journalisten Nikolaus Glattauer in der "ZiB 2" am vergangenen Mittwoch. Die Beobachtung des Pädagogen stimmt im Wesentlichen mit den Aussagen des Buches "Wenn die Tyrannenkinder erwachsen werden" der Mutter, Ärztin und Jugendpsychologin Martina Leibovici-Mühlberger überein. Es ist ein Plädoyer, einer "verlorenen Generation" zu Hilfe zu kommen.

Eine Generation wachse heran, schreibt Leibovici-Mühlberger, die den Anforderungen der immer brutaler werdenden Konkurrenzgesellschaft nicht mehr gewachsen sei. Massenhafte Leistungsunfähigkeit und -verweigerung gefährde das Wohl des Staates, weil die "Spaßgesellschaft" die organisatorischen, politischen und ökonomischen Anstrengungen nicht mehr packt.

Kinder werden nicht als Tyrannen geboren, sie werden dazu erzogen, wenn auch nicht mit Absicht. In Leibovici-Mühlbergers

  842 Wörter       4 Minuten
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