Buch der Stunde

Schüler brauchen Lehrer, nicht Kompetenzen

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Christoph Türcke hat sich schon öfter in Debatten eingemischt. In "Hyperaktiv!" (2012) stellte er die Frage, ob es das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom überhaupt gibt; in "Mehr!"(2015) legte er eine Geschichte des Geldes vor. "Lehrerdämmerung" liefert nun erneut eine Reflexion auf philosophischer Basis, um dann die Kurve zu aktuellen Problemen zu schlagen.

Lehrer werden gerade abgeschafft, indem sie zu "Kompetenzbeschaffungsgehilfen" degradiert werden, lautet seine Diagnose. Die Misere begann mit der Umbenennung von Lernzielen in Kompetenzen, die mit Arbeitsblättern und Tests messbar gemacht werden. Kompetenzen suggerieren Nonkonformismus, Originalität und Kreativität. Bei näherer Betrachtung entdeckt Türcke dahinter aber das Gespenst der Flexibilisierung und damit des Neoliberalismus sowie ein Menschenbild, das sich am vernetzten Computer orientiert.

Zeitgleich wurde das Projekt der Inklusion vorangetrieben, das kein neoliberales, sondern ein sozialkritisches oder


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