"Ich war nicht mutig, sondern verzweifelt"

Die US-Autorin Deborah Feldman über ihren Ausbruch aus einer ultraorthodoxen Gemeinschaft und warum sie als Jüdin Deutsche werden will

Feuilleton | Interview: Sebastian Fasthuber/Berlin | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Deborah Feldman kommt mit dem Fahrrad zum vereinbarten Kaffeehaus nahe Checkpoint Charlie. Obwohl sie noch nicht einmal zwei Jahre in Berlin lebt, spricht sie ein fast makelloses Deutsch. Am Abend, wenn sie ein, zwei Gläser getrunken habe, komme es noch etwas flüssiger heraus, scherzt sie.

Früher wäre es für die im New Yorker Stadtteil Williamsburg in der ultraorthodoxen Gemeinschaft der Satmarer Juden aufgewachsene Feldman undenkbar gewesen, sich einfach so mit einem fremden Mann zu verabreden. Satmar ist eine chassidische Gruppierung, die den Zionismus strikt ablehnt. Die Gemeinde versteht den Holocaust als eine von Gott verhängte Strafe und versucht sich möglichst gegen äußere Einflüsse abzuschließen.

Vor acht Jahren floh die 30-Jährige aus der Gemeinde und schrieb das Erlebte auf. Ihr Buch "Unorthodox" wurde zum Bestseller und ist nun auch auf Deutsch erschienen. Am 18. April liest sie daraus in Wien.

Falter: Sie sind in einer sehr strengen jüdischen Gemeinde aufgewachsen,


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