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Politik | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Männer in Weißglut

Amokläufer und Internet-Trolle, radikale Männerrechtler und Suprematisten, die meinen, Weiße hätten einfach ein Recht auf Dominanz: So weit spannt der US-Soziologe und Männerforscher Michael Kimmel den Bogen in "Angry White Men". Weiße (Hetero-)Männer seien immer mit Rückenwind gelaufen. Auch heute noch seien Frauen, Latinos, Schwarze, Schwule benachteiligt, gleichzeitig genössen sie mehr Freiheiten als je zuvor. Und das packe so mancher nicht und fühle sich schon diskriminiert, wenn er bloß nicht mehr privilegiert ist.

Kimmel hat Waffenmessen besucht, Frauenschläger und Männer, die Feministinnen als "Feminazis" bekämpfen, interviewt. Die wenigsten der rasenden Männer sieht er im Recht. Ausnahmen findet er in der Väterrechtsbewegung, hier gebe es sehr wohl manche, die eine neue Rolle leben. Sie untermauern Kimmels Hoffnung, dass immer mehr erkennen: Wer die Umstellung geschafft hat, "ist tatsächlich glücklicher: als Vater, Partner und Freund".

GERLINDE


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