Das Lugner-Haus

Der Sohn des Präsidentschaftskandidaten Richard Lugner besitzt ein Haus in Wien, in dem Roma unter elenden Bedingungen leben

Politik | Begehung: Nina Brnada | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Wenn es dunkel wird, ziehen sie von der äußeren Mariahilfer Straße in die Grenzgasse hinauf; gebückte Frauen und Männer in schmutzigen Jacken. Viele von ihnen sind Roma aus Bulgarien und Rumänien. Tagsüber betteln sie auf Bahnhöfen, abends kehren sie in ein graues Zinshaus zurück. Das Tor steht sperrangelweit offen, über dem Eingang hängt ein bordeauxrotes Schild mit dem Namen Lugner.

In den drei Stiegenhäusern ist es finster, der Geruch von Gebratenem und Urin steigt einem in die Nase. "Nachts, wenn du hier über die Treppen gehst, hast du Angst, dass dir eine Ratte ins Hosenbein schlüpft", sagt ein Bewohner, nennen wir ihn Mile. Seinen echten Namen will er nicht veröffentlicht wissen. Er sagt, er möchte keinen Ärger.

Er reicht eine Dose Energydrink der Marke S-Budget und nimmt an seinem Tisch mit zwei Sesseln Platz. In der Ecke sind Betten, vorn die Küche mit Dusche. 30 Quadratmeter für fünf Personen, darunter auch Kinder. Hier wird gekocht, geschlafen, hier werden Hausaufgaben


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