Dann brüllen Sie einmal los

Der designierte Innenminister Wolfgang Sobotka ist ein temperamentvoller Schöngeist mit einem Makel: Er verantwortete einst die Finanzspekulationen des Landes Niederösterreich


Porträt: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Es gibt keinen anschaulicheren Ausdruck der Macht als die Tätigkeit des Dirigenten", schrieb Elias Canetti 1960 in "Masse und Macht". Am 2. Jänner dieses Jahres ließ sich das im Sankt Pöltner Festspielhaus beobachten. Beim traditionellen "Neujahrskonzert" dirigierte Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka das Waidhofer Kammerorchester, ein ambitioniertes Laienensemble. Veranstaltet und bezahlt wurde der Festakt von der Hypo Niederösterreich, die zu 100 Prozent im Landeseigentum Niederösterreichs steht und für die Sobotka als Finanzlandesrat politisch verantwortlich ist. In den Lokalmedien wurde das Ganze als gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges gebührend abgefeiert. Einmal mehr hatte Sobotka, studierter Historiker, Musiklehrer, Cellist und Absolvent des Linzer Brucknerkonservatoriums, seinen liebsten Auftritt. Den als intellektueller Schöngeist des Landes.

Eine seltsame Optik? Nicht in Niederösterreich. Hier vermischen sich von jeher persönliche Ambitionen mit Parteipolitik

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige