Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Stefanie Panzenböck schlug vor, die Geschichte über den Wien-Marathon (Seite 43) mit einem schwarzen Trauerrand zu versehen. Das Layout lehnte den Vorschlag ab. Inhaltlich hätte nichts dagegengesprochen: Die Falter-Redaktion gleicht einem Lazarett. Noch Tage bevor der Startschuss fiel, war der Großteil der trainierenden Falter-Staffel-Mannschaft ausgefallen. Panzenböck: vorderer Schienbeinmuskel. Matt hias Dusini: ebenso. Klaus Nüchtern: Achillessehne. Siegmar Schlager: Knie. Dirk Merbach: Wirbel.

In den bitteren Stunden des Schmerzes rief so mancher nach seiner Mama, wieder andere krümmten sich leise auf dem Boden. Selig war, wer humpeln konnte.

Auch für die Nichttrainierer war all das nicht leicht zu ertragen. Vom weichen Sofa aus betrachtet, bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Immer wieder griffen sie in die Chipspackung, um den Frust wegzuessen, bevor er sie erfassen konnte.

Aus der Redaktion hielt nur Barbara Tóth durch. Fragt man sie nach ihrem Erfolgsgeheimnis, erzählt sie einem, sie hätte sich nie an den vorgegebenen Trainingsplan gehalten. Vom Marketing schaffte es Anna Belmond vom Trainingsstart bis ins Marathonziel.

Ein Hoch den Ersatzleuten, die den Falter- Staffellauf ohne Training doch noch ermöglichten. Gilt nicht für Raphael Moser, der erkrankte wenige Tage vor Tag X. Tiz Schaffer und Nina Brnada legten die Chipspackung beiseite, streiften das Trikot über und rannten. Ihre Zeiten wurden allerdings nicht gestoppt. Es gab ein technisches Problem.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige