IT-Kolumne

Digitalia

Medien | Anna Goldenberg | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Texte, die man auf sozialen Medien und insbesondere Kurznachrichtendiensten wie Twitter liest, versteht man oft nicht besonders gut. Das zeigte jetzt eine neue Studie aus den USA und China: Chinesische Studenten mussten vierzig 140 Zeichen lange Texte lesen und danach Verständnisfragen beantworten. Diejenigen, denen die Option gegeben wurde, den Text auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo (der ähnlich wie Twitter funktioniert) zu teilen, schnitten schlechter ab als jene, die ihn nicht teilen durften.

Kognitive Überbelastung ist schuld, schlussfolgerten die Forscher. Zu überlegen, ob man etwas teilen oder kommentieren will, scheint uns nämlich zu überfordern. Darüber hinaus ermuntern die Icons, die zum Teilen, Liken oder Antworten auffordern, schnell zu reagieren und nehmen so die bitter benötigte Nachdenkzeit weg. Um Sie kognitiv zu entlasten, übernehme ich übrigens gerne die Entscheidung, ob Sie diese Kolumne -die Sie auch kostenlos auf falter.at/archiv finden -auf den sozialen Medien teilen sollen: Tun Sie's!


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