Am End kommt die Post, und den Jazz holt der Frost


Frostschutz: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Wenn' s dem Ende zugeht, gibt' s immer noch die Post -wie in Postmoderne, Posthistoire oder eben Postjazz. Als solcher wird das Programm ausgewiesen, das die Wiener Musikgalerie unter dem coolen Titel "Cool Britannia" präsentiert. Tatsächlich könnte das (ganz konventionell besetzte) Trio des Oxforder Pianisten Alexander Hawkins in jedem Jazzclub der Welt auftreten, ohne dass Stirnen gerunzelt und Brauen gehoben würden. Und die "Jazzpolizei", die laut Guardian das jüngste Album von Polar Bear auf den Plan ruft, existiert ja vor allem in der Fantasie von Musikjournalisten. "Die Stücke sind kunstlos schlicht, während die Improvisation auf der hinteren Herdplatte vor sich hinköchelt", beschreibt John Fordham die Musik des mit zwei Saxofonen besetzten Quartetts. Darin liegt vielleicht so etwas wie eine "Haltung" des Postjazz: Es darf eingängig, tanzbar und apart sein, und wenn man's nicht Jazz nennt, kommt auch ein junges Publikum in Massen, wie der Saxofonist Shabaka Hutchinson freimütig

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