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Darf der ORF Richard Lugner diskriminieren?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 15/16 vom 13.04.2016

Als der aufmerksamkeitssüchtige Millionär Richard Lugner seine Präsidentschaftskandidatur bekanntgab, dauerte es nicht lang, bis der Privatsender ATV das neue Motto für seine Doku-Soap "Die Lugners" fand: "Mörtel for Präsident?" Das verspricht Quote. Für ATV und Lugner.

Im März gab der öffentlich-rechtliche Sender ORF bekannt, Lugner dürfe zwar im ORF an der Elefantenrunde, Pressestunde und Wahlfahrt teilnehmen, nicht aber an den Duellen "2 im Gespräch". Der ORF begründet dies mit Studien zweier Meinungsforschungsinstitute, die Lugner keine Chance auf die Stichwahl einräumen.

Lugner kündigte an, sich bei der KommAustria zu beschweren, die über das ORF-Gesetz wacht. Ob Lugner das helfen wird, ist zu bezweifeln. Die KommAustria regelt eher, dass bei einer möglichen Gesetzesverletzung Vergleichsfällen vorgebeugt wird. Es könnte für Lugner also zu spät sein.

ORF-Stiftungsräte und die meisten von Lugners Konkurrenten kritisieren dessen Diskriminierung durch die ORF-Redaktion. Diese wiederum verweist erneut auf die Umfragen und pocht auf ihre redaktionelle Freiheit. Warum Andreas Khol -obwohl in allen Umfragen ebenfalls chancenlos -zu den Duellen antreten darf, bleibt offen.


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