Lieblingsburgtheaterdirektor

Wie der ehemalige Burgtheater-Direktor Claus Peymann das Publikum des Akademietheaters mit Thomas Bernhard verzauberte

Feuilleton | ZUHÖRERIN: STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Claus Peymann betritt die Bühne. Auf einem niedrigen Podest steht ein roter Ohrensessel, über den ein weißes Seidentuch gebreitet liegt. Peymann wirft sein Manuskript auf den Boden, das Tuch gleitet vom Sessel. Von der Decke hängt ein breites Band mit dem Voltaire-Zitat: "Da ich nun einmal nicht im Stande war, die Menschen vernünftiger zu machen, bin ich lieber fern von ihnen glücklich." Mit demselben Satz eröffnete auch Thomas Bernhard seinen Roman "Holzfällen", den Peymann an diesem Abend lesen wird.

Der ehemalige Burgtheater-Direktor und nunmehrige Leiter des Berliner Ensembles, Claus Peymann, liebt öffentliche Auftritte. Seine wütenden Ausbrüche, sei es gegenüber Journalisten oder anderen Mitmenschen, sind gleichermaßen gefürchtet wie begehrt. Peymann ist ein Ereignis.

Das Akademietheater ist voll. Die kommenden eineinhalb Stunden wird das Publikum an Peymanns Lippen hängen: "Zwanzig Jahre habe ich von den Eheleuten Auersberger nichts mehr wissen wollen und zwanzig Jahre


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