Buch der Stunde

Unter der Maske des Schicksals sitzt der Zufall

JULIANE FISCHER | Feuilleton | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Ist das Leben ein Nullsummenspiel oder gibt es auch Menschen, die nur auf der Schattenseite stehen? Jules und seine Geschwister verlieren noch als Kinder durch einen Verkehrsunfall ihre Eltern. Jeder von ihnen geht anders damit um. Marty krempelt die Ärmel hoch und wird zum Start-up-Millionär. Liz entwickelt sich zu einer bindungsscheuen Revoluzzerin. Ich-Erzähler Jules wiederum ist ein Träumer und möchte sein Leben gegen eines tauschen, in dem die Eltern noch da sind.

Das ist das Wunschmaß für alles. Doch wer sein Ziel in der Vergangenheit setzt, lebt in die falsche Richtung. So übersieht Jules, dass Internatsfreundin Alva die Liebe seines Lebens ist.

"Man erinnert sich immer stärker an das, was einem gerade emotional nahe ist", heißt es einmal in Benedict Wells' viertem Roman "Vom Ende der Einsamkeit". Das erforschten schon Marcel Proust oder Thomas Mann in seinem "Zauberberg". Apropos: In den Schweizer Bergen schreibt ein Schriftsteller gegen die Demenz an. Jules lernt den Tod

  313 Wörter       2 Minuten
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