"Ich vergebe euch"

Jetzt füllt seine Band doch tatsächlich die Wiener Stadthalle: Amore-Rocker Marco Wanda über Shakespeare, Bilderbuch und Inspektor Columbo, über dicke Eier, Sexismus und Harmonie

Feuilleton | GESPRÄCH: GERHARD STÖGER | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Marco Wanda sucht einen Schneider, der Wunder vollbringt. "Einen Ernest Hemingway der Schneider, einen Picasso der Schneider", wie der Sänger der Gruppe Wanda es ausdrückt. Der klinisch tote Patient ist seine berühmte braune Lederjacke, die nun endgültig verschlissen ist.

Davon abgesehen wirkt der 29-Jährige eine Woche vor Wandas Stadthallenkonzert entspannt, ruhig und unaufgeregt. Sein aus der Zeit gefallenes Auftreten könnte popstaruntypischer kaum sein. Marco Wanda ist unrasiert, das schüttere Haar ist zerzaust, vor ihm liegt ein klobiges Uralt-Handy. Er trägt zerschlissenes Gewand und mitgenommene Lederstiefel, trinkt Almdudler und raucht eine Marlboro Gold nach der anderen.

Falter: Herr Wanda, was fällt Ihnen zu Shakespeare ein?

Marco Wanda: Boah, Shakespeare! Das hundertfach übersetzte Sonett über die Liebe fällt mir ein. Eine sehr schöne Version stammt von einem Freund von mir, dem Dichter Konrad Prissnitz. Darüber hinaus habe ich mich nie mit ihm beschäftigt.

Aber Sie


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