"Was ist los mit denen?"

Jan Böhmermann beleidigte den türkischen Präsidenten und stößt damit an die Grenzen der Satire. Wie denken Österreichs Türken über die Affäre?

Medien | ERKUNDUNG: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016


Screenshot: zdf-neo

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Die Sonne steht tief im Westen. Das Abendlicht fällt durch die Glasfront in den zweiten Stock des Meidlinger Gebäudes. Polstersessel, Sofas und Lampenschirme fügen sich zu kleinen Möbelinseln im Loft. Dazwischen sind Mikrofonständer postiert. Junge Schauspieler stellen sich dahinter, imitieren Radioshows, Talkshows, Sportübertragungen, Radionachrichten. Dann folgt das „Gedicht der Woche“.

Dilan Sengül, Wienerin mit türkisch-kurdischen Wurzeln, nimmt hinter einem schweren Holztisch Platz. „Am liebsten mag er Ziegen ficken und Minderheiten unterdrücken“, haucht Sengül ihre Worte wie ein Liebesgedicht ins Mikrofon. Im Hintergrund läuft Romantik, „Nocturne No. 2“ von Frédéric Chopin. „Von Ankara bis Istanbul weiß jeder: Dieser Mann ist schwul, pervers, verlaust und zoophil: Recep Fritzl Priklopil.“ Premiere des Stücks „Interactive Radiostation“ im Werk X, dem „Theater am Arsch der Welt“.


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