Sport Glosse

Wie die Panama Papers das Golfhandicap von Xi Jinping verbessern

Johann Skocek hat im Panamasand Golfbälle entdeckt

Stadtleben | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Chinas herrschende Kamarilla hat das Golfspielen erlaubt. Abschlagen war bisher ein Verbrechen, nicht wegen dem Kunstdünger und der Wasservergeudung. Golf war nach Ansicht des großen Führers Mao Tse-tung ein "Sport für Millionäre". Noch im Vorjahr bezeichnete die Partei Golfkurse als Hexenkessel der Korruption. Mao ist tot. Der große Sprung vorwärts heißt jetzt Panama Papers. Sie zeigen, dass Familienangehörige von drei der sieben regierenden Politbüromitglieder an Offshore-Firmen beteiligt sind. Auch Verwandte von Chinas Regierungschef Xi Jinping.

Nach Ansicht von Journalisten aus den korruptionsimmunen USA wird man als Mitglied der herrschenden chinesischen Clique quasi zwangsläufig reich oder verhaftet oder beides. Jetzt strömen 85 Millionen neue Golfer auf die heiligsten Grüns dieser Welt. Wer einmal neben einer chinesischen Reisegruppe am Mittagsbuffet war, weiß, was das heißt. Ohrenstöpsel und Schienbeinschützer. Xi Jinping lässt News über die Panama Papers zensurieren. Zur Ablenkung lässt er sie jetzt halt Golf spielen.

Oder er muss selber üben, weil er Businesstermine im Golfclub hat. Was wohl Mao denkt, wenn er seinen Nachfolger im Golfkapperl sieht: Hole in One.


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