PJ Harveys Neue: Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt

Feuilleton | MUSIKKRITIK: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Begonnen hat die englische Sängerin und Multiinstrumentalistin Polly Jean Harvey ihre Laufbahn vor 25 Jahren mit tief in Blues getränktem Rock und schmerzhaft intensiven Texten über die düsteren Seiten von Beziehungen, die sehr autobiografisch wirkten.

Bei allem Hang zum Experiment hat sich PJ Harveys musikalische Ausrichtung mit der Zeit nicht grundsätzlich verändert. Als Person jedoch ist sie auf ihren Platten immer mehr in den Hintergrund getreten und irgendwann verschwunden. Bereits auf dem großartigen Album "Let England Shake" nahm sie 2011 ganz die Rolle einer Beobachterin ein. Die Texte kreisten um englische Geschichte, um Krieg und Schuld.

Für ihr jüngstes Projekt schlüpfte sie in die Rolle einer Journalistin und unternahm mit dem Kriegsfotografen Seamus Murphy Recherchereisen nach Afghanistan, in den Kosovo und in ein Glasscherbenviertel in Washington, D.C. - Orte, an denen sich die Folgen US-amerikanischer Politik und Kriegsführung betrachten lassen. Ein Gedichtband mit


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