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Gruselig: Performancekünstler Thomas Bo Nilsson macht aus dem Schauspielhaus ein Verließ

Feuilleton | KELLERBESUCH: SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Mit lautem Knarzen öffnet sich die Kellertür, durch die man in den Untergrund gelangt. Der Untergrund ist eine Kleinstadt mit acht Häusern, die ins Innere des Schauspielhauses gebaut wurde, mit Blumen und Micky-Maus -Tapeten, Dildos und Betten, Binden und Parfums. Dazwischen liegen immer wieder riesige Kuscheltiere auf abgeranzten Sofas.

Mädchen in kurzen Röcken treiben sich herum, sie lutschen an Schleckern und schauen Youporn oder Ponyhof. Durch ein dunkles Kellersystem sind die Einfamilienhäuser miteinander verbunden. Dort kauern in dunklen Ecken schwarze Gestalten mit weißer Gesichtsbemalung und halten einen dazu an, die Queen zu ehren. Wächter versperren einem mit Gewehren und Pistolen den Weg in die "Arena", wo es der junge Lord inzestuös mit seiner Mutter, der Queen, treibt.

Der schwedische Installationskünstler Thomas Bo Nilsson hat zusammen mit Julian Wolf Eicke und Jens Lassak im Wiener Schauspielhaus eine Welt erschaffen, die die Grenzen eines herkömmlichen Theaterabends


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