Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Pop

Crystal Soda Cream: Work & Velocity

Interessant: Das knackigste The-Cure-Album seit geraumer Zeit kommt nicht vom britischen Vogelnest-Frisurenträger und seiner Bandinstitution im Zeichen des gepflegten Trübsalbläsertums selbst, sondern von einem jungen österreichischen Trio. An der Postpunk-und New-Wave-Ästhetik der frühen 1980er-Jahre orientiert, übersetzen Crystal Soda Cream Unbehagen und latente Aggressivität in forsche Dreiminüter, die auf ihrer zweiten Platte zum Teil auch deutsch gesungen sein dürfen. (Totally Wired) GS Live: Venster99, 23.4., 21 Uhr

Global

Diverse: Every Song Has Its End

Zehn Jahre bereiste Paul Chandler Mali und nahm in Dörfern Musik auf, die sonst zu verschwinden droht. Denn traditionelle Instrumente wie die dreisaitige Harfe Bolon werden heute immer mehr durch Computer ersetzt und das Klangbild aktueller Produktionen ist auf den europäischen Markt zugeschnitten. Die hier dokumentierten Stücke dagegen sind mit alten Riten verbundene Roots-Musik. War früher alles besser? Nein, aber diese hypnotisierenden Grooves und Schwingungen faszinieren ungemein. (Glitterbeat) SF

Klassik

Händel: Arminio

Anders als die meisten seiner Opern versank Händels Musikdrama über den Cheruskerfürsten Arminius und den römischen Feldherren Varus nach nur sechs Aufführungen in der Versenkung. Nun hat sich der Countertenor-Star Max Emanuel Cencic des Werks angenommen. Mit erlesener Kollegenschaft durchmisst er Händels Gefühlsachterbahn aus Liebe, Verrat, Wut und Verzweiflung. Ein wahres Fest für die Ohren, nicht zuletzt dank des exzellenten griechischen Barockorchesters Armonia Atenea unter George Petrou.(Decca) MDA


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