Theater Kritiken

Die kleinen Füchse verderben die Weinberge

MARTIN LHOTZKY | Lexikon | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Was war vor "Dallas", "Denver Clan" und "O. C. California"? Zum Beispiel "Die kleinen Füchse" von Lillian Hellman! Dieses Stück, verfasst 1939 und betitelt nach einem Bibelvers (Hohelied 2,15), zeigt, wie der Raubtierkapitalismus die reichen Familien im US-amerikanischen Süden, hier: die Hubbards in Alabama, die dabei über Leichen gehen, zerrüttet. Von den Auswirkungen auf die unteren Klassen, repräsentiert durch zwei -schwarze -Bedienstete, meist als "Nigger" beschimpft, gar nicht zu reden. Torsten Fischer führt uns das jetzt an der Josefstadt in einem zeitlosen, bauhausartigen Setting (Schäfer/Triantafillopoulos) ziemlich unterkühlt vor. Die Hubbard-Schwester Regina, knallhart verkörpert von Sandra Cervik, steigt materiell letztendlich am besten aus, vereinsamt aber völlig. Empathie will dennoch nicht aufkommen.

Theater in der Josefstadt, Mo-Mi 19.30


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