Der Ruf des Adlers nach der Ewigkeit

Schamanismus und Moderne gekonnt verwoben: die kirgisischen "Nomaden des Himmels"

FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Großmutter ist ein Grantscherben. "Was liegst du da und grinst?", faucht sie Umsunai, ihre verschlafene Enkeltochter, an. "In deinem Alter hab ich morgens schon Feuer gemacht." Die kleine Umsunai macht keine Anstalten aufzustehen. Stattdessen gibt sie die Frage an ihre Stoffpuppe weiter: Was liegst du da und grinst?

"Nomaden des Himmels" erzählt die Geschichte einer Familie von Hirten aus Chonashu, einer Bergregion in Kirgistan. Ein paar Pferde sind ihr ganzer Besitz. Man nächtigt im Zelt, lebt abgeschieden vom Rest der Welt. Eine einsame Wetterstation, in der ein Meteorologe seinen Dienst versieht, ist lange Zeit der einzige sichtbare Beleg dafür, dass der Film tatsächlich in der Gegenwart spielt.

Alte schamanistische Legenden und Einbruch der Moderne sind im Film gekonnt miteinander verwoben. Sein Regisseur, Mirlan Abdykalykov, spielte als Kind die Titelrolle in "Beshkempir"(1998), einem Meisterwerk seines Vaters Aktan Arym Kubat.

Er selbst, schreibt Abdykalykov in einem Regiekommentar,

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