In den Echoräumen des Irrsinns

Ingrid Brodnig hat ein instruktives Buch darüber geschrieben, wie es zu all dem Hass im Internet kommt

REZENSION: ROBERT MISIK | Politik | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Kann die Demokratie das Internet überleben? Diese bange Frage drängt sich aufmerksamen Zeitgenossen in den vergangenen Jahren verstärkt auf. Die digitale Kommunikation etabliert Polarisierungen (oder verstärkt sie zumindest), überall wird gerüpelt und gerotzt, der Mob 2.0 schürt Pogromstimmung.

Diejenigen, die den absurdesten Gerüchten aufsitzen, halten sich groteskerweise für besonders gut informiert. Und ganz generell triggert die Aufmerksamkeitsökonomie des Netzes die Erregung, Gereiztheit und den negativistischen Sensationalismus, da die Horrormeldung immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als die ausgewogene Bedächtigkeit. Schlimmer noch: Nicht nur die Irren erhalten eine Aufmerksamkeit, die sie früher nicht hatten, auch die Nicht-Irren werden in der Onlinekommunikation schnell zu Durchgeknallten. Für nicht wenige Leute gilt: Offline seid ihr ja ganz nett, aber online werdet ihr zu Monstern.

Ingrid Brodnig, vormals Medienredakteurin des Falter, heute bei Profil aktiv,

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