Kommentar Einwanderung

Asylrecht: kein Anschlag auf Grundrechte, aber wirkungslos


FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 16/16 vom 20.04.2016

Stellen wir uns das Asylwesen wie die Unfallstation eines Krankenhauses vor. Draußen passiert ein Unglück, Gedränge in den Wartezimmern, immer mehr Verletzte, die Nachbarkrankenhäuser sind geschlossen.

Nicht nur Schwerverletzte kommen, sondern auch ein paar, die nur kleine Blessuren haben. Die Ärzte müssen schnell entscheiden: Wer braucht ein Bett? Wer muss gehen?

Weil die Politik nicht hilft, stehen die Ärzte am Rande des Zusammenbruchs. Dann versiegt der Zustrom, denn die Hauptstraße zum Krankenhaus wird blockiert. Kurz atmen alle durch. Die Spitalsverwaltung rätselt, wie sie auf den nächsten Ansturm reagieren soll.

Ihr Plan: Man lässt nur mehr die schlimmsten Notfälle auf das Spitalsgelände. Geprüft wird am Schranken. Von Ärzten zwar, der Patient hat auch das Recht auf eine zweite fachliche Meinung. Aber die Untersuchung ist oberflächlicher, schneller, schlampiger. Die Fehlerquote wird steigen. Die Hoffnung: Die Kranken ziehen auch zu anderen Spitälern oder bleiben zu Hause.

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