Buch der Stunde

Wer hat Freiheit und Gleichheit erfunden?

SEBASTIAN KIEFER
Feuilleton, FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Der säkulare Liberalismus steht unter Beschuss. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler, Historiker und Philosoph Larry Siedentop mahnt per Langessay die Europäer, ihrer Wurzeln zu gedenken.

Diese liegen in puncto Liberalismus nicht etwa in der klassischen Antike, meint Siedentop. Denn Religion wandte sich hier nicht an den Einzelnen, sondern an die patriarchale Familie, und diese war mythologisch eng an Stamm und Stadt gebunden. Deswegen gab es keine strikte Trennung von Privatem und Öffentlichem, Ungleichheit zwischen den Menschen wurde als Naturgegebenheit verstanden.

Den eigentlichen Ursprung des Liberalismus macht Siedentop in der frühchristlichen, insbesondere paulinischen Lehre vom Menschen als im Glauben an Christus freien und gleichen Wesen aus. Die Basis des Zusammenlebens sollte nach dieser nicht Polis und Familie sein, sondern Liebe und damit Freiwilligkeit.

Die frühen Kirchen waren deswegen auch vor allem Wohlfahrtseinrichtungen. Die mönchischen Bewegungen lebten die

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