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God Save the Queen! Und Wanda a

Falters Zoo | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Das Soundframe-Festival ist Geschichte. Es war eines der wichtigsten europäischen Festivals für audiovisuelle Kunst. Die Könige der Visuals und der verbildlichten Musik feierten in den vergangenen beiden Wochen zum zehnten Mal in Wien ihre Kunstform, die beides sein kann und will: Party und Museum. Und jetzt ist Schluss für immer, die Festival-Gründerin und Leiterin Eva Fischer legt nieder. Die Finanzierung sei ein Problem gewesen, ausbleibende Besucher ein anderes. In der letzten Ausgabe zeigte Fischer noch einmal eine Retrospektive des Erreichten und wie gehabt intermediale Live-Performances, arge Installationen und allerhand Diskussionen. Die Spielorte der interdisziplinären Kreativität waren heuer das brut, die Künstlerhaus Passagegalerie, das Innovation Lab der Angewandte und ganz viele Wiener Clubs. Bei der Abschlussveranstaltung kooperierte das Soundframe sogar mit dem neuen Modefestival Take. Und dann war Schluss. Sie sei sich sicher, sie habe den Stellenwert der Visuals-Kunst in Österreich angehoben, sagt sie. Auf zu neuen Projekt(ion)en.

Ihre Majestät Queen Elizabeth II ist seit 90 Jahren auf der Welt. Dass es den Engländern bei solchen Anlässen einigermaßen die links gedrehte Kette aushängt, ist weithin bekannt. Dass der Königin Ehrentag auch in Wien zu feiern ist, weniger. Die Österreichisch-Britische Gesellschaft lud aber tatsächlich in das Theatermuseum im Palais Lobkowitz zum "Birthday Toast" für die Liesl. Der Präsident der Gesellschaft Kurt Tiroch und der Direktor des Museums Thomas Trabitsch begrüßten die 120 feierwütigen Anglophilen. Der Starwinzer Willi Opitz tischte auf, der Songwirter Carl Avory sang. Zu Ehren der Queen wurde sogar exklusiv ein eigener Gin im Waldviertel destilliert und mit Geburtstagsetikett versehen. Viel wurde getrunken. Eine Magnumflasche wird direkt an den Buckingham Palace gehen. Warum?

Es gibt wahrscheinlich in Wien keinen unter 35-Jährigen, der keinen unter 35-Jährigen kennt, der vergangenen Samstag bei Wanda in der Stadthalle war. So ist das eben, wenn man als Band so richtig Mainstream geworden ist. Und das ist alles schön und bewundernswert, wenn man die mit 12.000 volle Halle derart abfackelt, wie es Wanda eben jetzt getan haben. Man muss aber plötzlich auch andere Sachen machen, wenn man richtig Mainstream sein und bleiben will. Wie zum Beispiel seine Extremitäten in eine Tonplatte halten, damit die Abdrücke darin für immer konserviert bleiben. Das wurde ein paar Stunden vor dem Auftritt von der Band verlangt, damit sie ein Teil des allseits beliebten "tipp3 Walk of Stars" in der Gasometer City wird. Jeder weiß, dass man in Wien erst dann wer ist, wenn der im Gasometer Fleischwurst kaufende Hausmann über seine Handabdrücke gestiegen ist. Platin fürs zweite Album gab's bei der Gelegenheit dazu. Nimm sie, wenn du's brauchst!


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