Sport Glosse

Der kleine Ausnahmezustand EM findet in einem großen Ausnahmezustand statt

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Die Franzosen, ein altes Kulturvolk mit lebendiger Demokratie, haben den Ausnahmezustand bis Ende Juli verlängert. Falls alles normal läuft, wird Österreichs Nationalteam ausnahmsweise nicht Europameister. Ich und der Hannes werden nach Frankreich fahren und das eine Land im Ausnahmezustand, Österreich, gegen ein anderes Land in einem anderen Ausnahmezustand tauschen. In Wahrheit will ich nicht dorthin, aber zu Hause ist es wahrscheinlich noch härter. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wenn Alaba und Arnautovic den Ausnahmezustand verlassen und auf Urlaub gehen.

Ich erspare mir die Analysen und Agonien hier, der Preis sind zwei Wochen richtiger Kaffee, Wein, Provence, Avignon. Wird auszuhalten sein. Bei dieser Ausnahme handelt es sich um einen Zustand, der nicht die Regel bestätigt. Keine, an die man sich gewöhnen möchte. Bei der WM vor 18 Jahren war Frankreich noch ein friedlicher Riese, Zinedine Zidane, Chablis im Tonkrug, rund um das Quartier der Österreicher die Weinfelder. Alles in der richtigen Furche, bis die ÖFB-Sponsoren aus dem Burgenland in ihrem jetzt auch politisch schlagenden Selbstbewusstsein eine Weinverkostung mit eigenen Säften veranstalteten.


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