Die Haberer von Herzogenburg

Eine Stadt kauft ein Grundstück um 389.000 Euro. Sie verkauft es an einen ÖVP-Obmann um 160.000 Euro. Der verkauft es an eine Siedlungsgenossenschaft um 650.000 Euro. Ein Sittenbild aus Niederösterreich


BERICHT: FLORIAN KLENK

Politik, FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Das hier ist eine kleine Geschichte aus einer kleinen Stadt in Niederösterreich. In dieser Geschichte geht es nur um ein paar hunderttausend Euro Steuergeld, aber vor allem geht es um politische Verantwortung in der Kommunalpolitik. Es geht um ein paar Haberer und ihren Umgang mit öffentlichem Gut. Möglicherweise geht es auch um Betrug und Untreue.

Die Hauptrolle spielt ein ÖVP-Obmann aus Krems, dem öffentliches Gut zugeschanzt wurde und der dieses dann teuer an eine Siedlungsgenossenschaft weiterverkaufen durfte. Neben ihm auf der Bühne stehen rote und grüne Politiker aus Herzogenburg, die das Ganze zu verantworten haben. Die Nebenrolle hat die schwarz-blaue Opposition, die schaumgebremst wirkt, weil sie irgendwie drinhängt.

In den Lokalzeitungen wird die Geschichte immer wieder angerissen, aber nie wirklich ausgebreitet. Offenbar weil es niemand so wirklich durchschaut, was da so mit öffentlichen Geldern passiert.

Das könnte sich bald ändern, denn eine kleine Gruppe engagierter

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