Vogelfutter und die Liebe zur Geometrie

Der Künstler Kay Walkowiak fragt, welche Relevanz westliche Abstraktion in Asien hat

Feuilleton | AUSSTELLUNGSBESUCH: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Ein junger Japaner sitzt in der Badewanne und betrachtet ein schwarzes Quadrat. Die dunkle Tafel steht ihm gegenüber am Wannenrand - ein reflexionsloses Visavis wie ein blinder Spiegel. Als er später an einem Straßenimbiss seine Nudelsuppe schlürft, ruht die schwarze Platte zu seinen Füßen. Am Ende liegt sie neben ihm am Strand, wie ein Platzhalter für eine abwesende Begleitung.

Eine für den Künstler Kay Walkowiak ungewohnt elegische Stimmung durchzieht das Video "Island", das derzeit in seiner Ausstellung "Forms in Time" im Museum für angewandte Kunst (Mak) zu sehen ist. Der 1980 in Salzburg geborene Künstler und Absolvent der Klasse Erwin Wurm fiel in der Vergangenheit gerade durch den doppelbödig-subversiven Humor seines Skulpturenbegriffs auf.

"Minimal Vandalism" heißt etwa die 2013 in der Generali Foundation gefilmte Fahrt eines Skateboarders. Dieser fährt zwischen Walkowiaks geometrischen Skulpturen wie in einem Hindernisparcours herum, springt mit dem Rollbrett über


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