Und immer wieder tappen wir in dieselbe Falle

Provozieren, attackieren, leugnen: Die Linguistin Ruth Wodak seziert das "Perpetuum mobile" des Rechtspopulismus

Politik | REZENSION: GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Es beginnt mit einer Provokation. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nennt zum Beispiel Bundeskanzler Werner Faymann einen "Staatsfeind". Oder veröffentlicht eine Karikatur auf Facebook, in der ein fetter Bankier dem ausgemergelten "Volk" das ganze schöne Essen wegfuttert - wobei dieser Bankier mit Merkmalen versehen ist, die antisemitisch konnotiert sind, etwa der krummen Nase.

An diesem Beispiel demonstriert die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak, was dann üblicherweise losgeht: "das rechtspopulistische Perpetuum mobile". Der Provokateur leugnet jegliche diskriminierende Absicht. Dabei sendet er aber doppelte Botschaften, die verschiedene Gruppen ansprechen. Er geht in die Opferrolle, pocht auf die Meinungsfreiheit, attackiert Gegner und bezichtigt sie der Verschwörung: Ja, darf man denn keine Missstände mehr ansprechen in diesem Land? Vielleicht entschuldigt er sich, aber nur halb (für Missverständnisse der anderen). Und so schafft der Urheber es, dass Medien und politische Konkurrenten


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