DAS GRASSER-CHAOS

Kommt nach dem Meischberger-Freispruch auch einer für Grasser? Das Justizministerium trägt dafür die Verantwortung, dass ein junger Staatsanwalt mit der Causa prima nicht weiterkommt


ANALYSE: FLORIAN KLENK
Politik | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Stellen wir uns, um dieses ganze Grasser-Theater zu verstehen, die Staatsanwaltschaft wie einen großen Medienkonzern vor. Oben in der Chefetage sitzt der Minister, der seinem Aufsichtsrat, also dem Nationalrat, gegenüber verantwortlich ist. Er ist der Herausgeber, er gibt die Linien vor. Direkt unter ihm sitzen die Sektionschefs, die das operative Geschäft im Konzern steuern sollen, etwa welche Ressourcen wohin fließen und welche Personen mit welchen Projekten betraut werden. Die Sektionschefs haben gewaltige Macht. Aber sie sind nur auf fünf Jahre bestellt. Sie sind die Ressortleiter und etwas ängstlicher.

Und unten, auf der operativen Ebene, sitzen Staatsanwälte, meist junge Juristen, manche verdammt fleißig, aber in der Praxis oft unerfahren, zumal wenn es um hochkomplexe Causen mit internationalem Bezug und einer Armada ausgefuchster Verteidiger geht. Ihnen zur Seite steht die Kriminalpolizei. Staatsanwälte und Polizisten sind die Reporter.

Wären die Ermittler Angestellte eines

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