Theater Kritiken

Eng wird's: Als ob 1938 heute wäre


SS
Lexikon | aus FALTER 17/16 vom 27.04.2016

Eng ist es in der Wohnung, in der die zwei Schwestern Kate und Blanche mit ihren Familien wohnen (Bühne: Thea Hofmann-Axthelm). Plastiküberzüge schonen die Pölster, der Fernseher läuft ununterbrochen, Spitzendecken und anderer Kitsch sollen die Geldsorgen verbergen, die der Migrantenfamilie in "Brooklyn Memoiren" zu schaffen machen. Neil Simons autobiografisches Stück spielt 1938, die Flüchtlingsströme von damals sind am Rande Thema in der Tragikomödie, die Regisseur Sarantos Zervoulakos mit Smartphones und Videokameras in die Gegenwart holt und so die jüdische Tragödie analog zur heutigen setzt. Eigentlich wäre ja Ibrahim Amirs Flüchtlingsdystopie "Homohalal" auf dem Spielplan gestanden. Das Stück wurde aufgrund der aufgeheizten Stimmung gestrichen, "Brookly Memoiren" ist ein gar harmloser Ersatz.

Volkstheater, So, Di, Mi 19.30


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